Steigende Kosten: VVO muss Zugangebot reduzieren
Aufgrund stark gestiegener Preise für die Nutzung von Gleisen und Bahnhöfen muss der VVO das Angebot im Eisenbahnverkehr kürzen. Um die Mehrkosten in Höhe von ca. 9 Mio. Euro zu kompensieren, entfallen Fahrten auf der S-Bahn S 3 und der RB 45.
Erhöhung der Trassenpreise
Der Europäische Gerichtshof hat am 19. März 2026 entschieden, dass die bisherige gesetzliche Begrenzung der Trassenpreise im Schienenpersonennahverkehr nicht mit EU-Recht vereinbar ist. Bisher zahlten die Güterbahnen und der Fernverkehr mehr als der regionale Nahverkehr. Daraufhin hat die Bundesnetzagentur die bereits genehmigten Trassenpreise für 2026 neu festgesetzt.
Für S-Bahnen und Regionalzüge steigen die Kosten für die Trassen dadurch deutlich.
Stand: 2. Oktober 2026
Deutlich höhere Kosten für die Jahre 2026 und 2027
Für das Jahr 2026 bedeutet dies, dass die Preise, die eine S-Bahn oder ein Regionalzug je Kilometer für die Nutzung der Schiene zahlen müssen, um rund neun Prozent gestiegen sind.
Auf den Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO), der hinter dem VVO und dem ZVON steht, kommen damit deutliche Mehrkosten zu: Im Jahr 2026 fallen 8,8 Mio. Euro Zusatzkosten an.
Für 2027 ist eine weitere Steigerung der Trassenentgelte um 7,8 % beantragt, so dass der Verband für die Folgejahre jeweils von einer Zusatzbelastung von mehr als 14 Mio. Euro ausgehen muss. Dies können wir mit dem uns zur Verfügung stehenden Budget nicht finanzieren, sodass deutliche Einsparungen notwendig sind.
Uns bleibt daher keine andere Wahl, als die bei den Bahngesellschaften bestellten Leistungen zu reduzieren. Diese Entscheidung fällt uns außerordentlich schwer. Wir wollen das Angebot lieber ausbauen, statt zu reduzieren. Ohne finanzielle Unterstützung des Landes oder rascher Entscheidungen für neue Trassenpreise auf Bundesebene bleibt uns jedoch keine andere Wahl. Die geplanten Einschnitte treffen dabei sowohl ländliche Regionen als auch den Ballungsraum Dresden.
Weniger Züge ab 13. Dezember 2026

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Aufgrund der stark gestiegenen Preise muss der VVO das Angebot im SPNV reduzieren.
Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) die Regionalbahn RB 45 (Chemnitz – Riesa – Elsterwerda) am Wochenende im Abschnitt Döbeln – Elsterwerda nur noch alle zwei Stunden fahren.
Auf der S-Bahn S 3 entfällt der Abschnitt Tharandt – Freiberg, der aktuell in den Hauptverkehrszeiten bedient wird.
Weitere Kürzungen werden geprüft
Derzeit erarbeitet der Verbund ein umfassendes Reduktionskonzept. Über die Umsetzung (Umfang und Zeitplan) entscheidet dann die Verbandsversammlung.
Mögliche weitere Kürzungen im SPNV betreffen:
- Regionalbahn RB 71* (Pirna – Neustadt – Sebnitz) – könnte komplett entfallen
- S-Bahn S 1 (Meißen – Schöna)* – Streichung der ursprünglich geplanten ganztägigen Verdichterzüge (die aktuell in der Hauptverkehrszeit fahrenden zusätzlichen Züge könnten zudem in den Ferien ausgesetzt werden).
- Die S-Bahn S 2 (Flughafen – Pirna)* – könnte an Sonntagen entfallen, da sie da weniger stark nachgefragt ist.
* Über diese möglichen Kürzungen ist noch nicht entschieden.
Darüber hinaus wird der Verbund die Mittel zur Förderung von Infrastruktur voraussichtlich um drei Millionen Euro kürzen. Außerdem prüft der Verbund, seinen, neben den Landesmitteln gesondert gezahlten, Zuschuss für die Zittauer Schmalspurbahn auslaufen zu lassen und plant eine Budgetkürzung in der Verwaltung um zehn Prozent.
Wir sind zudem mit allen Bahngesellschaften, die in unserem Auftrag fahren, im Gespräch, um flächendeckend Sparpotentiale zu erschließen. Dies betrifft die DB Regio AG, die Mitteldeutsche Regiobahn, den trilex und die ODEG.
Hintergrund und Kontakt
Alle Unternehmen, die die Infrastruktur der Deutschen Bahn nutzen, müssen eine Maut für den Schienenweg zahlen, die sogenannten Trassenpreise. Für die Nutzung der Bahnhöfe sind zudem Stationsentgelte zu entrichten. Betreiber sind die Bahn-Töchter DB InfraGO AG und DB RegioNetz Infrastruktur; die Bundesnetzagentur genehmigt die Gebühren.
Das Problem betrifft den Nahverkehr in ganz Deutschland. Bundesweit entstehen dem Schienenpersonennahverkehr durch die neuen Trassenpreise für 2026 zusätzliche Kosten von rund 400 Millionen Euro. Auch andere Aufgabenträger warnen bereits vor Einschränkungen.
Durch eine Deckelung der Trassenpreise war der Regionalverkehr von den starken Erhöhungen der Schienenmaut in den letzten Jahren weitgehend verschont geblieben, anders als Fern- und Güterverkehr. Dagegen hatte die DB InfraGO AG geklagt und bekam nun Recht. Die Bundesregierung hat eine Neuregelung der Trassenpreise angekündigt und auch im Koalitionsvertrag vereinbart. Bisher wurde diese jedoch nicht umgesetzt. Ebenso fehlt nach wie vor die notwendige mehrjährige Planungssicherheit über die zukünftige Höhe der Trassenpreise.
Kontakt
Fragen zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs und zur weiteren Entwicklung der Trassenpreise können Sie an den Bürgerservice des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) richten.
- E-Mail Bürgerservice: buergerinfo@bmv.bund.de
- Telefon Bürgerservice: 030-18 300-3060 (Mo – Fr., 9 – 12 Uhr)
- https://www.bmv.de/DE/Meta/Buergerservice/buergerservice.html